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Wachstum ist keine Option. Es ist Teil einer lebendigen Partnerschaft.

Es gibt diesen Moment im Leben vieler Frauen, in dem sie erkennen, dass sie nur noch funktionieren. Sie sind Mama, Partnerin, Organisatorin, emotionale Stütze, Koordinatorin des Alltags – und irgendwo zwischen Terminen, Verantwortung und Fürsorge ist etwas leise geworden: sie selbst.



"Und irgendwo auf diesem Weg habe ich angefangen, mich selbst hinten anzustellen. Ich habe Raum für alle anderen geschaffen – nur nicht mehr für mich. Ich habe Träume unterstützt, aber meine eigenen ignoriert. Ich habe funktioniert, organisiert, geholfen… und dabei Stück für Stück aufgehört, meine eigenen Wünsche ernst zu nehmen."



Ich sehe so viele Frauen mit ihrem unglaublichem Potenzial, mit Ideen, mit Power, mit der tiefen Sehnsucht nach sich selbst und gleichzeitig mit dieser Selbstverständlichkeit, sich zurückzunehmen.


Weil sie sich nicht trauen, mit ihrem Partner darüber zu sprechen. Weil sie nach der Erlaubnis ihrer PArtner fragen, anstatt selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und es dann einfach machen.


Viele Männer halten sich für modern und vielleicht sind sie es in vielen Bereichen auch. Aber in ihrer inneren Welt ist es trotzdem normal, dass ihre berufliche Entwicklung Priorität hat und dass die Frau den Rest organisiert. Es ist normal, dass sie arbeiten gehen und SIE IHM „den Rücken freihält“. Nicht aus böser Absicht, sondern aus ihrer Prägung heraus.


In einer nährenden Partnerschaft gibt es bereits Entwicklungs- und Reflexionsgespräche zum Frühstück. Und das jeden Tag. Nicht nur einmal alle 10 Jahre in einer Paartherapie.

Partnerschaft darf kein Ort sein, an dem einer wächst und der andere dauerhaft auf seine Bedürfnisse und Träume verzichtet. Wenn wir uns füreinander entscheiden, entscheiden wir uns auch dafür, die Entwicklung des anderen zu unterstützen. Und wenn wir uns entscheiden, Mama zu sein – und ja, viele von uns lieben diese Rolle (Gott sei dank!!!), dann bedeutet das nicht, dass wir aufhören, eigenständige Menschen mit Träumen, Ambitionen und Entwicklungspotenzial zu sein.


Und ebenso haben Männer sich dazu entschieden, Papa zu sein. Vatersein bedeutet mehr als finanzielle Verantwortung. Es bedeutet, Verantwortung im Alltag selbstverständlich zu übernehmen. Es bedeutet, den Kindern vorzuleben, dass beide Elternteile sich entwickeln dürfen und sollen.


Wie kraftvoll wäre es für ein Kind zu erleben, dass der Vater nicht nur arbeiten geht, sondern bewusst Raum erschafft, damit die Mutter sich entfalten kann – beruflich oder persönlich. Dass er nicht „mithilft“, sondern vällig selbstverständlich genauso am Leben aller teilnimmt. Und dabei ist es egal ob es um den Müll, den Arzttermin, die Hausübungen, das Mittagessen kochen oder das Staubsaugen geht.


Kinder lernen nicht durch Worte, sondern durch das, was sie täglich sehen. Wenn sie erleben, dass Mama sich immer zurücknimmt, wird genau das ihr Bild von Normalität. Wenn sie erleben, dass beide Eltern ihre Entwicklung ernst nehmen und sich gegenseitig unterstützen, entsteht ein anderes Selbstverständnis von Beziehung.


Es geht nicht darum, dass Frauen gegen Männer kämpfen. Es geht darum, dass wir Partnerschaft neu verstehen.

Und vielleicht beginnt Veränderung mit einem ehrlichen Gespräch. Mit dem Mut zu sagen, dass man mehr will. Mehr von sich selbst.

Das gilt natürlich für beide.


Zum Abschluss noch eine kleine Triggerfrage an dich - wobei ich sie gar nicht so klein empfinde: Dieses Leben begrenzt ist. Darüber brauchen wir ja nicht diskutieren.

Möchte ich dann sagen können, dass ich mich getraut habe, mein Potenzial zu leben? Oder möchte ich erklären müssen, warum ich gewartet habe? Und kann ich damit ruhig und zufrieden gehen, so wie ich es entschieden habe?


Denn unterm Strich ist es DEINE Entscheidung. So wie du es wählst.


Ja, vielleicht hast du dir Umstände geschaffen, die es tricky machen, dich aus diesen zu befreien. Und ja, vielleicht wird es viel Mut brauchen, für die Schritte, die du gehen willst. Und ja, vielleicht werden sich geliebte Menschen von dir abwenden. Aber bestimmt nicht alle. Diejnigen, die sich das BESTE für dich wünschen, die bleiben.


Und an dieser Stelle möchte ich dir noch etwas mitgeben: Diejenigen, die sich von dir trennen, aufgrund deiner Entscheidung für dich loszugehen, die darfst du in deinem Herzen als vergangene Wegbegleiter und in Wertschätzung weitertragen. Aber nicht als Wegbegleiter und Lebensmensch. Denn sie würden der Version von dir, für die du aufstehst und gehst, nur im Wege stehen. Sie würden dich aufhalten.

Und genau dort liegt deine Wahl. Ob du weitergehst oder bleibst. Ob du dich für dich entscheidest oder ob du bleibst, um für den anderen ok zu sein - um diese Menschen nicht zu verlieren.


DU musst klar sein mit deiner Wahl. Sonst niemand.

Wenn du allerdings ständig das Gefühl hast, auf etwas verzichten zu müssen und du deinem Traum mit einem stillen und heimlichen Auge nachweinst, dann behaupte ich frech: Du bist nicht ehrlich zu dir.


Wachstum ist kein Egoismus. Es ist Selbstverantwortung. Und in einer nährenden Partnerschaft bedeutet Liebe nicht, sich gegenseitig klein zu halten, sondern sich gegenseitig größer werden zu lassen.

Familie sollte kein Ort sein, an dem Träume unterdrückt werden. Sie soll der Ort sein, an dem sie möglich gemacht werden. Und das geht nur, wenn beide bereit sind, Verantwortung für ihr eigenes und das gemeinsame Wachstum zu übernehmen.


Das nennt man Entwicklung.

Und dafür braucht es Gespräche.

Viele Gespräche. Nicht nur eines oder zwei.


Und ja! Ich rede hier so groß. Doch ich lebe es auch so. Mit meinem Mann und mit unseren Kindern.

Wir leben unsere Partnerschaft und unser Familienleben mit vielen Gesprächen bereits zum Frühstück mit Kaffee, Tee und Müsli :)

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